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Geschichte der Stadt Glurns

In einer Urkunde vom 30. April 1304 findet sich zum ersten Mal die deutschsprachige Nennung von Glurns als „stat“. Vor Glurns als Stadt gab es bereits Glurns Dorf, das an der Furt über die Etsch entstanden war und sich im Machtbereich des Bischofs von Chur befand. Dessen wirtschaftlicher und politischer Einfluss wurde von den Tiroler Grafen systematisch zurückgedrängt. Glurns Stadt ist eine Gründung Meinhards II. von Tirol, der die Stadt mit Marktrecht und Privilegien ausstattete. Das spätmittelalterliche Glurns erlangte eine gewisse wirtschaftliche Blüte, insbesondere durch den Salzhandel und seine Lage auf der Handelsroute zwischen Lombardei und Süddeutschland.

Im älteren Glurns waren zeitweise zwei Notare mit Schreibern tätig; Glurns war zudem Gerichtssitz und blieb es bis 1931. Zu den städtischen Einrichtungen gehörte neben Wirtshäusern auch eine Badestube. Für Geld- und Wechselgeschäfte sind Juden nachgewiesen, die unter dem direkten Schutz der Matscher Grafen standen. Nach der Marktrechtverleihung (ca. 1290) wurden über Jahrzehnte Marktboten in oberitalienische Städte geschickt, die auf den Glurnser Markt aufmerksam machen sollten.
Nach der Schlacht an der Calven 1499 zwischen den Tirolisch-Habsburgischen und den Bündnern wurde Glurns in Schutt und Asche gelegt. Auf Befehl Kaiser Maximilians wurde Glurns nach Plänen Jörg Kölderers wiederaufgebaut, ihm verdankt Glurns mit Stadtmauern und Stadttoren sein heutiges Erscheinungsbild. Als Handelsplatz verlor die Stadt in der Folgezeit immer mehr an Bedeutung, während sie als militärisches Bollwerk gegen die feindlichen Bündner solange an Wichtigkeit gewann, bis sich ab der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts die Lage zusehends entschärfte. Glurns verarmte allmählich, aus Bürgern wurden Bauern. Flut-, Mur- und Brandkatastrophen verstärkten den Niedergang; 1799 wurde es von den Franzosen niedergebrannt.

Im 20. Jahrhundert, besonders in der zweiten Hälfte, suchten viele GlurnserInnen als PendlerInnen in der nahen Schweiz Arbeit und Brot. Gleichzeitig mit der einsetzenden Sanierung zu Beginn der siebziger Jahre begann auch der neue wirtschaftliche Aufstieg.